Kosten eines Rechtsstreits

Stift der ein Eurozeichen zeichnet

Für die Frage, ob ein Rechtsstreit geführt werden soll oder nicht, spielen häufig auch die entstehenden Kosten für Anwälte und Gerichte eine Rolle. Daher möchten wir Sie nachfolgend über die im Arbeitsgerichtsverfahren entstehenden Kosten informieren.

In Verfahren vor den Arbeitsgerichten (1. Instanz) gibt es – im Unterschied zu sonstigen Zivilprozessen – keine Kostenerstattung für die eigenen Anwaltskosten, d.h. jede Partei trägt ihre Anwaltskosten selbst, auch wenn der Prozess gewonnen wird oder ein Vergleich abgeschlossen wird. Der Unterlegene im Arbeitsgerichtsprozess 1. Instanz hat – neben seinen eigenen Anwaltskosten – lediglich die Gerichtskosten zu tragen. Sofern ein Rechtsstreit teilweise gewonnen und teilweise verloren wird, werden die Gerichtskosten entsprechend dem Obsiegen bzw. Unterliegen zwischen den Parteien aufgeteilt. Wird ein Vergleich vor Gericht abgeschlossen, fallen keine Gerichtskosten an, so dass jede Partei nur die eigenen Anwaltskosten trägt.

Die Höhe der Anwalts- und der Gerichtskosten hängen auch im arbeitsgerichtlichen Verfahren vom sogenannten “Gegenstandswert” (auch „Streitwert“ genannt) ab und berechnen sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). Der Gegenstandswert dient alleine als Berechnungsgrundlage für die Gebühren. Der Gegenstandswert im Arbeitsrecht orientiert sich in der Regel am Brutto-Monatsverdienst des Arbeitnehmers. Sofern eine konkrete Geldforderung (z.B. Gehalt) geltend gemacht wird, ist dies der Gegenstandswert des Verfahrens. Je nach dem wie der Sachverhalt gelagert ist, liegt der Gegenstandswert im Arbeitsrecht häufig zwischen einem und drei Monatsgehältern (brutto). Bei einer Kündigungsschutzklage beträgt der Gegenstandswert in aller Regel 3 Brutto-Monatsgehälter, sofern das Arbeitsverhältnis mindestens 6 Monate bestanden hat und es steht der Fortbestand des Arbeitsverhältnisses von nicht unter 3 Monaten im Streit. Sofern Ihnen der Gegenstandswert einer Angelegenheit bekannt ist, können Sie die konkrete Höhe der Anwaltskosten in einer arbeitsrechtlichen Angelegenheit mit dem nebenstehenden Anwaltskostenrechner berechnen.

Weitere Informationen zur Höhe und Berechnung von Anwaltsgebühren finden Sie auch auf den Seiten der Bundesrechtsanwaltskammer. Gerne teilen wir Ihnen auch die entstehenden Kosten vor Erteilung eines Mandats mit.


Sofern Sie für arbeitsrechtliche Streitigkeiten eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, übernimmt diese sämtliche Kosten. Sofern Sie uns mit Ihrem Anliegen beauftragen, holen wir vorab eine Kostendeckungszusage Ihrer Rechtsschutzversicherung für das arbeitsgerichtliche Verfahren ein.


Sofern Sie sich einen Kündigungsschutzprozess oder eine anwaltliche Beratung wirtschaftlich nicht leisten können, haben Sie gegebenenfalls einen Anspruch auf staatliche Beratungshilfe bzw. Prozesskostenhilfe. Beratungshilfe wird für außergerichtliche Beratungen durch einen Anwalt gewährt. Prozesskostenhilfe wird für die Führung eines gerichtlichen Verfahrens auf Kläger- oder Beklagtenseite gewährt. Demnach müssen Sie nicht auf anwaltliche Hilfe und die Durchsetzung Ihrer Rechte verzichten, nur weil Sie sich keinen Anwalt leisten können.

Weitere Informationen über Beratungs- und Prozesskostenhilfe finden Sie auf den Seiten der Bundesrechtsanwaltskammer oder bei Ihrem zuständigen Amtsgericht. Für den Gerichtsbezirk Köln finden Sie weitere Informationen zur Beratungshilfe, insbesondere die Voraussetzungen für eine Beratungshilfe und die Öffnungszeiten der Beratungshilfestelle, unter diesem Link. Sofern Sie uns mit Ihrem Fall beauftragen möchten, informieren wir Sie gerne über die Einzelheiten der Beratungs- und/oder der Prozesskostenhilfe.


Sofern Sie Fragen haben oder uns beauftragen möchten, sprechen Sie uns gerne an.

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