Ist die fristlose Kündigung bei Drohung mit Krankheit gerechtfertigt?

Bereits die Ankündigung einer zukünftigen, im Zeitpunkt der Ankündigung nicht bestehenden Erkrankung durch den Arbeitnehmer für den Fall, dass der Arbeitgeber einem unberechtigten Verlangen auf Gewährung zusätzlichen bezahlten oder unbezahlten Urlaubs nicht entsprechen sollte, ist ohne Rücksicht auf eine später tatsächlich auftretende Krankheit an sich geeignet, einen wichtigen Grund zur außerordentlichen Kündigung nach § 626 Abs. 1 BGB abzugeben.

Der Arbeitnehmer droht damit nämlich an, die erstrebte Verlängerung der Arbeitsfreistellung notfalls auch ohne Rücksicht darauf erreichen zu wollen, ob eine Arbeitsunfähigkeit tatsächlich vorliegt. Deshalb kann beim Arbeitgeber der berechtigte Verdacht aufkommen, der Arbeitnehmer sei bereit, sich einen ihm nicht zustehenden Vorteil auf Kosten des Arbeitgebers zu verschaffen.

Der Arbeitnehmer verletze damit seine arbeitsvertragliche Rücksichtnahmepflicht. Sie verbiete es, den Arbeitgeber auf diese Art und Weise unter Druck zu setzen.

Das Bundesarbeitsgericht hat mit Urteil vom 17.6.2003 (2 AZR 123/02) nochmals deutlich gemacht, dass die Drohung mit der Erkrankung bei Verweigerung des begehrten Urlaubs nicht unmittelbar erfolgen muss. Es kann ausreichend sein, wenn der Erklärende eine solche Äußerung in den Zusammenhang mit seinem Urlaubswunsch stellt und ein verständiger Dritter dies nur als einen deutlichen Hinweis werten kann, bei einer Nichtgewährung des Urlaubs werde eine Krankschreibung erfolgen.

Sie haben Fragen?online-rechtsberatung

Rufen Sie uns unverbindlich an oder schicken Sie uns Ihr Anliegen über unser Webformular. Eine erste Anfrage ist völlig unverbindlich und mit keinerlei Kosten verbunden.

  Kontaktformular

Weitere Informationen über Kündigungen und Kündigungsschutzverfahren finden Sie auf unserer Homepage zum Kündigungsschutz:

  Weitere Informationen über Kündigungen